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Haiti 2010

GROSS-Tanks für Haiti

Bild: Karola Kuhn

Steißlingen / Port au Prince Haiti- In vier zylindrischen Gär- und Lagertanks der Steißlinger Firma Gross lagern in Haiti 800 000 Liter Trinkwasser für das öffentliche Netz. Eine Brauerei in Port au Prince hatte die Lieferung der Tanks schon für März 2010 bestellt. Das Erdbeben machte dieser Planung einen Strich durch die Rechnung.

Martin Streit vor einem Gär- und Lagertank der Firma Gross. In Haiti war er für die fachgerechte Montage von vier Tanks mit je 18,5 Meter Länge und 4,4 Meter Durchmesser zuständig, die derzeit als Trinkwasserspeicher fürs öffentliche Netz dienen.

Zuerst jedenfalls. Wegen der Katastrophe auf Haiti wollte die Brauerei die Fässer dann erst Ende des Jahres 2010 haben. Bis den Verantwortlichen in Haiti die geniale Idee kam, die Biertanks als Wassertanks für die Not leidende Bevölkerung zu nutzen, zur Vorratshaltung für das öffentliche Netz.

Und dann musste alles ganz schnell gehen. Die Fässer wurden verschifft, und zwei Wochen später flog Martin Streit (36), Unterweiser (Subvicer) der Firma Gross, den Tanks hinterher, damit die beim Auftraggeber auch richtig montiert werden. Zwei Wochen war er an der Baustelle vor Ort.

Die Brauerei schickte ihm zum Flughafen einen Guide mit einem gepanzerten Jeep, dessen Türen während der Fahrt verriegelt wurden. Ohne den einheimischen Fahrer hätte sich Streit nicht in das Chaos in der Stadt gewagt. Noch seien nicht alle Straßen frei geräumt, Weiße sah er überhaupt keine, und „eigentlich ist nichts aufgebaut“, sagt er. Auf seinen Fotos sind Häusertrümmer zu sehen, nummeriert in verschiedenen Schriftfarben. Rot bedeutet „sehr gefährlich“. Vom Flugzeug aus hat Streit auf riesige Zeltstädte schauen können. Viele Menschen leben in Containern oder Blechhütten. An jeder Ampel stehen Kinder und betteln. Am Hotel war ein Mann mit einer Schrotflinte als Aufpasser angestellt. Vor der Brauerei sorgten zwei Wachen mit Gewehr für Sicherheit. „Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird einfach verkauft“. Aus allem werde Geld gemacht. Morgens sah er eine Frau, die Kindern in Schulkleidung selbst geschmierte Brötchen verkaufte. Sein Brauerei-Fahrer, der ihn vom Hotel zu den Tanks und abends zurück brachte, hat selbst vier Kinder. Die Menschen seien lebensfroh, trotz Katastrophe, überall schallte Musik und Lachen aus Trümmern, Blechhütten und Containern. „Die Leute brauchen Hilfe – sie brauchen Maschinen und jemand, der sagt wo es lang geht“ ist sich Martin Streit sicher.

Südkurier Ausgabe vom 18.08.2010 Teil Hegau - Steißlingen
Haiti nach dem Erdbeben
Vier Trinkwasser-Tanks der Firma Gross

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